Die Herz-Kreislauf-Medizin entwickelt sich rasant weiter. Während standardmäßig vor allem EKG, Belastungstest und Ultraschall zur Beurteilung des Herzrisikos herangezogen werden, steht mit der Cardisiographie zur Herz-Vorsorge nun ein zusätzliches innovatives Verfahren für KI-gestützte Herzvorsorgeuntersuchung zur Verfügung, das in vielen Fällen eine unkomplizierte und präzise Risikoeinschätzung ermöglicht. In der Praxis für Herzgesundheit in Oldenburg setzen wir die Cardisiographie für kardiologische Vorsorgeuntersuchungen gezielt ein, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Was versteht man unter einer Cardisiographie?

Die Cardisiographie ist ein nicht-invasives, schmerzfreies Messverfahren, das den elektrischen Erregungsablauf des Herzens mit einer hohen zeitlichen Auflösung erfasst. Im Unterschied zum klassischen EKG werden die gemessenen Signale algorithmisch analysiert und mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet. Dadurch lassen sich selbst kleinste Veränderungen im Erregungsmuster des Herzens erkennen, die auf eine mögliche Minderdurchblutung (Ischämie) oder auf subtile Funktionsstörungen des Herzmuskels hinweisen können.

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und erfordert keinerlei Vorbereitung. Während man entspannt sitzt, werden Elektroden auf dem Brustkorb angebracht. Die Messung erfolgt in Ruhe – ohne Belastung und ohne Injektion von Kontrastmitteln.

Für wen eignet sich die Cardisiographie?

Die Cardisiographie zur Herzrisikoerkennung eignet sich insbesondere für Menschen,
• die familiär vorbelastet sind (z. B. Herzinfarkt bei Eltern oder Geschwistern),
• die Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte aufweisen,
• die keine typischen Symptome haben, aber Gewissheit über ihre Herzgesundheit wünschen,
• die körperlich oder beruflich stark beansprucht sind (z. B. Leistungssportler, Fahrerlaubnisträger, Führungskräfte),
• oder die nach einer überstandenen COVID-19-Infektion eine Funktionsbeeinträchtigung des Herzens ausschließen möchten.

Auch bei unklaren Brustschmerzen oder Luftnot, bei Atembeschwerden ohne klare Ursache oder bei auffälligen, aber nicht eindeutigen EKG-Befunden kann die Cardisiographie wertvolle Hinweise liefern.

Was zeigt die Cardisiographie im Vergleich zum EKG?

Während ein klassisches Ruhe-EKG nur aufzeichnet, wie die elektrische Aktivität des Herzens zu einem bestimmten Zeitpunkt aussieht, wertet die Cardisiographie zur Herz-Vorsorge zeitliche Verläufe und dreidimensionale Erregungsmuster aus. Dadurch lassen sich funktionelle Veränderungen erkennen, bevor strukturelle Schäden sichtbar werden.

Besonders bei der Früherkennung einer koronaren Herzkrankheit (KHK) kann die Cardisiographie Hinweise geben, die mit dem EKG allein nicht erfassbar wären. Auch Störungen der Repolarisation, die auf Mikroangiopathien oder entzündliche Veränderungen hinweisen, lassen sich mit hoher Erfassungsempfindlichkeit (sog. Sensitivität) detektieren.

Wie zuverlässig ist die Cardisiographie zur Herz-Vorsorge?

Erste kleine Studien zeigen, dass die Cardisiographie bei der Erkennung einer relevanten koronaren Herzerkrankung in vielen Fällen eine höhere Sensitivität als das Ruhe-EKG aufweist. Sie kann daher helfen, Patientinnen und Patienten frühzeitig einer weiterführenden Diagnostik wie Koronar-CT (sog. CCTA)oder Herzkatheteruntersuchung zuzuführen – oder umgekehrt unnötige Untersuchungen zu vermeiden.

Wichtig ist jedoch: Die Cardisiographie ersetzt nicht die ärztliche Beurteilung. Sie dient als Screening- und Entscheidungsinstrument, das in den klinischen Gesamtkontext eingeordnet werden muss.

Wie läuft die Untersuchung in unserer Praxis ab?

  1. Anamnese und ärztliches Vorgespräch
    Vor der Messung besprechen wir Ihre Vorgeschichte, bestehende Risikofaktoren und eventuelle Beschwerden.
  2. Anlage der Elektroden und Durchführung der Messung
    Sie liegen in entspannter Position auf der Untersuchungsliege. Die Messung dauert in der Regel weniger als fünf Minuten.
  3. Algorithmische Auswertung
    Die erhobenen Signale werden unmittelbar analysiert. Das Ergebnis liegt meist innerhalb weniger Minuten vor.
  4. Ärztliche Interpretation und Besprechung
    Wir erklären Ihnen die Befunde verständlich und leiten bei Bedarf weitere Schritte ein.

Ist die Cardisiographie zur Herz-Vorsorge belastend oder riskant?

Die Untersuchung ist vollständig schmerzfrei und ohne Nebenwirkungen. Weder Kontrastmittel noch Strahlenbelastung kommen zum Einsatz. Sie können direkt im Anschluss ihren Alltag unverändert fortsetzen. Es gibt keine Kontraindikationen – die Untersuchung kann auch bei älteren Menschen oder Schwangeren durchgeführt werden.

Welche Aussagekraft hat ein auffälliger Befund?

Ein auffälliges Cardisiographie-Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass bereits eine manifeste Herzerkrankung vorliegt. Es ist vielmehr ein Hinweis auf eine möglicherweise erhöhte individuelle Gefährdung. Abhängig von der Ausprägung empfehlen wir dann gegebenenfalls:
• eine weiterführende Blutdiagnostik (z. B. Lipidprofil, Entzündungsparameter),
• ein Echokardiogramm zur Beurteilung von Struktur und Funktion,
• ein Belastungs-EKG oder Stressechokardiogramm,
• bei entsprechenden Risikofaktoren ein Koronar-CT (sog. CCTA) oder eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie)

Welche Grenzen hat die Cardisiographie zur Herz-Vorsorge?

Die Cardisiographie zur Herz-Vorsorge ist kein Ersatz für bildgebende Verfahren. Sie kann keine exakten Aussagen über die Lokalisation oder den Schweregrad einer Gefäßverengung treffen. Ebenso ist sie nicht geeignet zur Diagnostik von Herzklappenerkrankungen. Ihr größter Nutzen liegt vielmehr in der Früherkennung funktioneller Auffälligkeiten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Ursache in den Herzkranzgefäßen oder dem Herzmuskel zusammenhängen.

Warum übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Cardisiographie nicht?

Die Cardisiographie ist ein modernes Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von Herzrisiken. Aktuell gilt sie jedoch noch als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Das bedeutet: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur dann, wenn eine Methode offiziell in den Leistungskatalog aufgenommen wurde – und dafür verlangt der Gemeinsame Bundesausschuss zunächst langfristige Studien an sehr großen Patientengruppen.

Da die Cardisiographie noch relativ neu ist, liegen diese Daten in der geforderten Form noch nicht vollständig vor. Es handelt sich also nicht um eine Frage der Wirksamkeit, sondern um eine Frage der formalen Anerkennung im Gesundheitssystem. Viele Privatversicherungen erstatten die Untersuchung bereits, und auch einzelne gesetzliche Kassen prüfen eine Kostenübernahme im Einzelfall.

Fazit: Ein wertvolles Instrument für einen Herzgesundheits-Check.

Wer sein Herzrisiko frühzeitig und ohne Belastung testen lassen möchte, kann die Cardisiographie aktuell als freiwillige Vorsorgeleistung in Anspruch nehmen – oft lange bevor klassische Methoden Auffälligkeiten zeigen.

Die Cardisiographie zur Herz-Vorsorge ist eine moderne und präzise Ergänzung der kardiologischen Basisdiagnostik. Sie ermöglicht eine frühzeitige Identifikation gefährdeter Personen, oft noch bevor es zu Beschwerden oder strukturellen Veränderungen kommt. Gerade in Zeiten zunehmender Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist dies ein wichtiger Baustein, um Herzinfarkten und plötzlichem Herztod vorzubeugen.

Wenn Sie Klarheit über Ihre persönliche Herzgesundheit wünschen oder wissen möchten, ob Sie von einer Cardisiographie profitieren könnten, beraten wir Sie gerne persönlich.

👉 Nutzen Sie die Cardisiographie zur Herz-Vorsorge und vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin telefonisch (0441 – 9519090) oder online mittels des Kontaktformulars auf unsere Homepage https://www.praxis-fuer-herzgesundheit.de/kontakt/

Hier finden Sie den Cardisio Patientenaufklärungsfilm: https://youtu.be/BEILmkVP2OM?si=WSmXeccvcZUbEbRu

Hier gelangen Sie zu weiteren interessanten Themen: https://www.kardiologe-vechta.de/blog/

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